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Karneval und Rosenmontagszug - zwei Begriffe, die untrennbar miteinander verbunden sind.

1965 rollten die ersten Wagen zur Freude der Bevölkerung durch Wadrill und von nun an gehörte der Rosenmontagszug zum festen Bestandteil des heimischen Karnevals. Anfangs hatte es eher kleinere Umzüge gegeben. Doch Spaß hat es allen gemacht; denn damals wie heute war die Bevölkerung engagiert dabei, wenn Karneval gefeiert wurde. Bereits im Gründungsjahr des KV Wadrill hat es den ersten offiziellen Rosenmontagszug mit festlich geschmückten Wagen gegeben. In den Straßen herrschte frohe Narretei.

Eine der Gruppen, die damals am Umzug teilnahmen war die Gruppe von "Miller Helga". Hier zu gehörten: Marmit Frieda, Lauer Auguste, Marmit Irma, Behles Mathilde, Luise Nickels, Helga Barth und Paula Becker. Die Gruppe war von Anfang an aktiv im Wagenbau und sie gehörte zu den ersten, die Wagen bauten.

Kurz nach Weihnachten traf man sich abends im Gasthaus um gemeinsam die Ideen zum Motiv auszutauschen. Bis die Mannschaft ein Thema für die beiden Wagen hatte, dauerte es unterschiedlich lange. “Mal haben wir ewig diskutiert, aber es ist auch schon mal ganz schnell gegangen”, kann Helga aus ihren Erfahrungen berichten.

Die Entwürfe dieser Wagen zeichneten Ihre Männer. Für das Ausschmücken waren die Damen verantwortlich, sie machten diese Aufgabe mit viel Geschick und Liebe zum Detail. Lange vor Karneval begannen sie mit den Vorbereitungen und trafen sich hierfür bei Paula Becker.

Dazu war erforderlich, dass ein Wagen zur Verfügung steht, auf dem die Motive gebaut werden können. Walter Bonertz und Alois Schneider haben den Wagenbau seit langen dabei unterstützt und die beiden hatten dann am Rosenmontag auch die undankbare Aufgabe des Traktorfahrens.

 

 

Gefertigt, bemalt und geschmückt wurden die Wagen in der Garage bei „Miller Helga“. Die Mitglieder und Freunde der Gruppe haben Jahr für Jahr ungezählte Stunden immer wieder für tolle Wagen im Rosenmontag gesorgt. Fünf Wochen haben die Männer dann jeden Abend und samstags den ganzen Tag gehämmert und geschraubt, Entwürfe diskutiert und wieder verworfen, abgeklebt und angestrichen bis der Wagen schließlich der schönste war, den sie je hatten.

In der Garage war es oft kalt. Sehr kalt. Hier lagen die Planskizzen aus, hier wurden die Brötchen zur Stärkung verteilt, hier tranken die Männer in der Arbeitspause ihre Flasche Bier und den ein oder anderen Schnaps –natürlich nur um wieder warm zu bekommen. In diesen Zeiten fand die Gruppe immer wieder Unterstützung des Hauses "Becker", wenn es um das leibliche Wohl während der langen Arbeitseinsätze ging.

Wenn sie fertig waren, schauten sie sich die Wagen an und dachten “das iss‘ es”. Jedes Jahr. Und immer war der gerade gebaute Wagen der schönste. “Das musste auch so sein”, erzählt Helga, die auch zur Gruppe gehörte.

In einem Jahr gab es keinen selbst gebauten Wagen, sondern eine wunderschöne Limousine die von Martin Weber gefahren wurde, besetzt mit eleganten alten Damen, berichtet Helga.

Den Lohn für die mühevolle Arbeit ernteten sie dann an Rosenmontag: Der Jubel, der Beifall und das Lachen der Wadriller beim Umzug.

Anschließend musste vieles erst liebevoll Gebautes nach dem Rosenmontagsumzug vernichtet werden, weil einfach kein Platz zum Aufbewahren da war. Aber auch beim Abbau hatte die Gruppe immer viel Gaudi.

Trotz fortschreitender Technik in vielen Bereichen des Lebens hat sich im Wagenbau nicht viel geändert. Vieles ist Handarbeit geblieben, und so sind die Wagenbauer bis heute in der Zeit nach Weihnachten bis zum Tag vor Rosenmontag, manche sogar noch am Rosenmontag Tag für Tag und vor allem am Wochenende damit beschäftigt, die Fest- und Prunkwagen fertigzustellen. Hier sind Idealisten am Werk, die Spaß daran haben, anderen eine Freude zu bereiten. Häufig sind sie auch am Rosenmontag im Einsatz und sehen nicht einmal alle Wagen, die durch Wadrill rollen.

 

             


 


 


 


Karnevalsverein "Die Fratzenmacher" Wadrill e.V.  |  info@fratzenmacher.de